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Straßenbahnen im Lebuser Land
 
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Landsberg/Warthe (Gorzów Wielkopolski)


3 Linien in Betrieb:

Linie 1: Silwana <> Zentrum <> Wieprzyce
(Wepritz)
Linie 2: Osiedle Piaski (Piastensiedlung) <> Wieprzyce (Wepritz)
Linie 3: Silwana <> Zentrum <> Osiedle Piaski (Piastensiedlung)

Planungen:
Eine neue Straßenbahnverbindung in die nördliche Trabantenstadt Górczyn ist für 2010 angedacht. Hier sind Trassen für die Straßenbahn freigehalten.


Verkehrswege:
1930er Jahre: Strecke zum Zanziner Wäldchen

 

1960er Jahre: Strecken zur ul. Warszawska
1967: Markt <> Kobylogórska (Kuhburger Strasse), via Warthebrücke zur Brückenvorstadt, Kanalbrücke
November 1991: Reguläre Fahrten auf der Schleife Markt <> Hauptbahnhof, Betriebsfahrten finden jedoch statt.

Geschichte

Die Landsberger Straßenbahn wurde 1899 eröffnet, und zwar - nicht wie in anderen Städten zur damaligen Zeit - als Pferdebahn, sondern wurde sie von Anfang an elekrtrisch betrieben. Bei diesen damals sehr beengten elektrischen Wägen fuhren aus Platzmangel auch keine Schaffner mit, die Fahrkarten mussten also beim Fahrer oder mittels einer Zahlbox erworben werden.

Zur Zeit der Betriebseröffnung (1899) gab es drei Linien:
Bahnhof <> Hopfenbruch
Friedrichstadt <> Paradeplatz
Kaserne <> Markt
Die Strecke zur Brückenvorstadt (Kanalbrücke) wurde 1926 eröffnet.

Landsberg war eine sehr fortschrittliche Stadt. Damals gab es wesentlich größere Städte im Deutschen Reich, in denen noch keine elektrische Straßenbahn verkehrte. Landsberg hatte zu dieser Zeit gerade einmal 35.000 Einwohner und ist deshalb als sehr "fortschrittlich" einzuordnen.

In den 1940er Jahren wurde die Straßenbahn auf O-Bus-Betrieb umgestellt werden und wurde wohl schon offiziell "stillgelegt".
Lediglich die Strecke über die Warthebrücke in die Brückenvorstadt (Kobylogorska; südlich der Warthe) blieb bis 1945 noch in Betrieb gesetzt und dann 1967 stillgelegt.

In den Vormittagsstunden des 30. Januar 1945 verließen die letzten mit Flüchtlingen überfüllten Züge unter deutscher Regie die Stadt. Bereits am Nachmittag wurde die Stadt nahezu kampflos von der Roten Armee eingenommen, durch Brandstiftung (vermutlich durch die Rote Armee) kam es jedoch zu erheblichen Zerstörungen der Altstadt, die zu großen Teilen niederbrannte.

Durch die starken Zerstörungen konnte die Strassenbahn von den polnischen Behörden ab 1947 erst teilweise wieder in Betrieb gesetzt werden.

In den 60er Jahren wurde das Strassenbahnnetz dann ausgebaut: Nach dem Bau der neuen Trabantenstadt Osiedle Piaski wurde die Strecke durch die ul. Bolesława Chrobrego (ehem. Hindenburgstr.) dorthin verlängert. Die Strecke durch die Aleje 11 Listopada und die ul. Kostrzynska (ehem. Wepritzer Chaussee) wurde zum dem damals noch selbständigen Ort Wepritz verlängert und die Strecke zur ehem. Landesirrenanstalt wurde zur neuen Siedlung Silwana verlängert.

In der Form besteht das Netz aus den 60er Jahren größtenteils heute noch, allerdings wurde die Linie 5 im November 1991 stillgelegt. Es fahren heute 3 Linien, wobei die Linie 3 eine reine Verstärkungslinie ist.

Linie 1, Silwana <> Wieprzyce
Linie 2, Osiedle Piaski <> Wieprzyce
Linie 3, Osiedle Piaski <> Silwana
Linie 4, Centrum (Markt) <> Glowny (Hauptbahnhof)

In den 1990er Jahren kamen ausgemusterte Kasseler Gelenk-Straßenbahnwagen nach Landsberg / Gorzow. Inzwischen ist schon die 3. Serie Kassler Straßenbahnwägen im Einsatz. Diese fahren jedoch nur auf den Linien 2 und 3, die Linie 1 wird von den polnischen 102 N Wagen bedient.

Das Landsberger Stadtwappen mit dem Brandenburger Adler hatte man nach dem Krieg beibehalten. Nun ist der Wappen-Adler zum Maskottchen der Verkehrsbetrieb avanciert, mit einer stilechten Uniform und einer Schaffnersmütze.
Die Monatskarte kostet zur Zeit 70 Złoty (ca. 25 €, Stand 2006) und ist für polnische Verhältnisse nicht gerade preiswert.

Kürzlich feierte der polnischen Straßenbahnbetrieb 60. Jubiläum. In der Fußgängerzone (ehem. Wollstrasse) wurde aus diesem Grunde ein Nachbau eines alten Straßenbahnwagens aufgestellt, in dem man auch Ansichtskarten und Zeichnungen von der Stadt und der Strassenbahn kaufen kann. Auch das deutsche Wort Landsberg ziert den Wagen. Der Schriftzug lautet: Landsberg 1899 - Gorzów 2006

Landsberg hat wie Berlin auch eine Hochbahnstrecke zu bieten. Diese Brückenbögen bieten ein interessantes Stadtbild. Unter diesen Bögen findet man einen großen "Polenmarkt", wie er normalerweise nur in Grenzstädten zu finden ist.


Karte befindet sich in der Überarbeitung

Fotos


Richtstraße mit Marienkirche und Straßenbahn,
Quelle: Csallner, H. (2002): Bilder aus Ostbrandenburg, Dörfler Verlag Eggolsheim, ISBN 3-89555-039-6 - mit fr. Genehmigung


Richtstraße mit Straßenbahnschienen im Asphalt,
Quelle: Csallner, H. (2002): Bilder aus Ostbrandenburg, Dörfler Verlag Eggolsheim, ISBN 3-89555-039-6 - mit fr. Genehmigung


Der Markt, schon damals Straßenbahnknotenpunkt,
Quelle: Csallner, H. (2002): Bilder aus Ostbrandenburg, Dörfler Verlag Eggolsheim, ISBN 3-89555-039-6 - mit fr. Genehmigung


Linie 1 in der Richtstr. (die Hauptgeschäftstraße Landsbergs, heute ul. General.WL.Sikorskiego)


Linie 1 am Park Koperniki (ehem. Städt.Hauptfriedhof)


Linie 2; Rechts im Bild Abzweig der ehemaligen Linie 5 zum Bahnhof


Linie 2 im Zentrum, Fahrtrichtung Osiedle Piaski


Historischer Straßenbahnwagen als "Souvenirshop"


Linie 2 im Zentrum an der ul. Sikorskiego (ehem. Richtstr.)


ebenso


ebenso


Linie 1 an der ul. Sikorskiego (ehem. Richtstr.)


Linie 2 am pl. Nieznanego Zołnierza (ehem. Moltkeplatz)


Die Landsberger "Stadtbahn", auf den Viadukten quert die Ostbahn (Berlin-Königsberg) die Stadt


ebenso


In der Zweigstrecke zum Bahnhof, 2001, Foto: Ulrich Conrad


Bahnhof, 2001, Foto: Ulrich Conrad


Bahnhof, 2001, Foto: Ulrich Conrad


Linie 4 in der Straße zum Bahnhof kurz vor erreichen der Hauptstrecke, 2001, Foto: Ulrich Conrad


ebenso, Foto: Ulrich Conrad


Ein aus Kassel stammender Einrichtungswagen auf Linie 2 in der Fußgängerzone ul. Chrobrego, 2001, Foto: Ulrich Conrad


2001, Foto: Ulrich Conrad


Links
Railfan Europe - Gorzow W.
Gorzow W., Webcam

Ex Kasseler Straßenbahnwagen in Gorzow W.
MZK Gorzower Straßenbahnbetrieb

Text: Thorsten Bartel und Andreas Jüttemann
Mit freundlicher Unterstützung durch Frank Lammers
Fotos: Thorsten Bartel und Ulrich Conrad